Ein Quäntchen Aufmerksamkeit
Warum verkauft sich ein Buch nicht so gut, wie der Autor gehofft hatte?
Willkommen in der Realität des Alltages! So isses eben!
Ablehnung hat nichts, aber auch gar nichts mit der Qualität der Arbeit zu tun, sondern liegt daran, dass der (relativ kleinen) Nachfrage ein gigantisches Angebot gegenübersteht.
Natürlich muss der eingereichte Text technisch perfekt und absolut fehlerfrei sein, aber das ist nur die Vorbedingung, dass es jemand überhaupt in die Hand nimmt. Die kostbarste Commodity in unserer Zeit ist Aufmerksamkeit. Früher saßen die Leute gemeinsam um den Küchentisch und haben sich gegenseitig aus der Zeitung oder Büchern vorgelesen. Heutzutage konkurriert der geschriebene Text mit Video (Youtube, Twitch, Tik-Tok, etc.), Games, Podcasts und allerlei anderen, leicht konsumierbaren Kurzweilbringern. Das geht nicht nur uns Schreiberlingen so, sondern auch jedem Musikanten, jedem Maler, Schauspieler, Sänger und fast jedem Kunstschaffenden, der seine Arbeit unter die Leute bringen will. Alle suchen den einen Moment der Aufmerksamkeit.
Die Einkäufer ihrerseits (in unserem Fall die Verlage) warten auf »das nächste große Ding«, den nächsten Harry Potter, wissen aber selbst auch nicht so richtig, was das eigentlich sein wird, denn der Zeitgeschmack von heute ist der Ladenhüter von morgen. Um dieses eine, winzige aber wichtige Quäntchen Aufmerksamkeit zu erregen, wird Werbung eingesetzt, was eigentlich den gegenteiligen Effekt hat: Die Zielgruppe wird mit noch mehr Reizen bis zum Abwinken überflutet.
So, und wie bekommt man nun seine Bücher verkauft und gelesen? Ich weiß es auch nicht, aber ich bin mir sehr sicher, dass Glück und Zufall dabei ein ganz wichtiger Aspekt sind.